„Nein, mein Mann will das nicht.“

 

Quelle: pixabay.com

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Ihr glaubt gar nicht, wie oft ich diesen Satz in den letzten vier Wochen von Freundinnen und Bekannten gehört habe. Sie leben alle in Beziehungen oder sind sogar verheiratet. Ganz egal, wie alt sie sind oder wie lange sie schon mit ihrem Partner zusammen sind – sie sagen alle diesen Satz. Immer und immer wieder, mehrmals am Tag.

Anfangs war ich verwundert, dachte Sachen wie: „Mensch, der ist aber ganz schön eifersüchtig/bestimmend!“, und lachte. Als mir aber nicht nur bei einer Bekannten, sondern auch bei zwei anderen auffiel, dass sie mir immer wieder diese Antwort gaben, wenn wir uns über Männer, Beziehungen und Co. unterhielten, da wurde ich stutzig. Na ja, auch ein bisschen besorgt.

Ich fragte meine Bekannten: „Habt ihr euch irgendwie gestritten oder so? Läuft es nicht so gut?“

„Nein, nein, der ist einfach so. Er will das einfach nicht.“

 

Aha.

 

Es ging um Dinge wie den besten Freund treffen. Abends mal mit den Mädels rausgehen. Ein Fernstudium beginnen. Das eigene Lieblingsgericht kochen. Sich ein neues, sexy Oberteil kaufen. Einen neuen Job annehmen. Sich tagsüber mal seltener melden als jede Stunde.

In den letzten Wochen habe ich mir echt Mühe gegeben, meine Bekannten zu verstehen. Ihre Männer zu verstehen. Leider muss ich ganz ehrlich sagen: Es gelingt mir nicht.

Ich meine, was ist das denn für eine Partnerschaft?!

Natürlich nehme ich Rücksicht auf meinen Partner. Sage ihm Bescheid, wenn es mal später wird als sonst. Sage so etwas wie: „Am Freitag treffe ich mich mit den Mädels.“
oder: „Ich würde so gerne mal wieder Lachs essen. Hast du was dagegen, wenn ich das morgen Abend koche?“
oder auch: „Wenn du Lachs gar nicht magst, kann ich auch was anderes für dich kochen, Schatz.“
oder: „Ich treffe mich nachher mit Marvin im Kino. Komm doch dazu, wenn du magst.“

Aber Dinge gar nicht mehr tun, die mich glücklich machen, weil mein Partner sagt: „Ich will nicht, dass du das tust!“?

Alte Freunde nicht mehr treffen, weil mein Partner sagt: „Nein, das sind Männer. Ich will nicht, dass du dich mit denen triffst und sich einer an dich ran macht!“?

Ein Oberteil im Laden hängen lassen, das mir unglaublich gut gefällt, weil mein Partner sagt: „Darin siehst du zu sexy aus. So sollen dich die Leute nicht sehen!“?

Das Fernstudium absagen, weil mein Partner sagt: „Aber dann hast du keine Zeit mehr für mich, weil du immer nur studierst!“/„Nein, dann bist du ja gebildeter als ich. Das geht nicht.“?

Ich schaffe es kaum zu beschreiben, was ich fühle, wenn ich diese Schilderungen von meinen Bekannten höre. Mir geht es sehr schlecht dabei. Ich möchte weder sie noch ihre Partner verurteilen.

Dennoch frage ich mich, was das für eine Partnerschaft sein soll, in der Frau sich fügt und schmeichelt und sich vor allem, was sie tut, vor jedem Termin, den sie vereinbart fragt, ob ihr Partner etwas dagegen haben könnte?

Eine Partnerschaft, in der sie nicht nur statt Lachs lieber Chicken Wings im Ofen brät, sondern Kontakte zu Menschen abbricht, die ihr nahestehen. Eine Partnerschaft, in der sie ihre Träume und Wünsche begräbt, um ihn glücklich und zufrieden zu machen.

Mir schnürt sich die Brust zu bei diesem Gedanken und ich ertappe mich dabei, wie ich hoffe, niemals so blind vor Liebe zu sein. Ich bekomme Angst davor, mich zu binden, in diese Abhängigkeit zu verfallen, ohne es zu merken.

 

Kann man in einer Partnerschaft überhaupt Balance finden?

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