„Das ist mir gar nicht aufgefallen.“ – Eine überraschende Begegnung

Quelle: pixabay/CC0 Public Domain

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Inzwischen bin ich im 5. Semester meines Studiums angelangt. Auf dem Vorlesungsplan stehen endlich überwiegend die Themen, wegen derer ich ursprünglich angefangen hatte, Journalismus und Unternehmenskommunikation zu studieren – Public Relations, Corporate Communication und Radiomoderation zum Beispiel. Hurra, endlich Praxis. Hurra, endlich Dinge, für die ich brenne!

Allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass ich in einer Vorlesung eine Begegnung haben würde, die nichts mit dem Fach zu tun hat, sondern mir wesentlich mehr bedeutet.

Nach der Vorlesung unterhielt ich mich noch eine Weile mit dem Dozenten über seine Arbeit als Chef eines Radiosenders, über meine Erfahrungen, die ich bereits beim Radio gesammelt hatte und über den geplanten Besuch bei einem Radiosender.

Ich fragte meinen Dozenten, ob das Radiostudio barrierefrei zugänglich sei.

Er sagte: Nein. Aber wieso ist das so wichtig?

Ich war total perplex, dachte in etwa „Mensch, das ist doch offensichtlich!“, aber ich sagte einfach: Na ja, ich sitze halt im Rollstuhl.

Mein Dozent zog überrascht eine Augenbraue hoch und meinte: Oh, das ist mir gar nicht aufgefallen! Sorry.

 

Ganz ehrlich? Es gab nichts, wofür er sich hätte entschuldigen müssen. Im Gegenteil, in diesem Moment hätte ich Freudensprünge machen können. Es war das erste Mal, dass einem fremden Menschen nicht zuerst mein Rollstuhl aufgefallen war, sondern mein Interesse am Thema, meine Fähigkeiten.

 

Was für ein Gefühl!

 

Hattet ihr auch schon einmal eine Begegnung, die euch viel mehr bedeutet hat, als erwartet?

Gab es schon einmal eine Begegnung, die euch überrascht hat?

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