Aus Glas – oder warum es hier so ruhig geworden ist

In den letzten Monaten ist es hier ganz schön ruhig geworden. Oft habe ich mich selbst gefragt, warum. Viele Menschen haben mich angesprochen und gesagt: „Hey, blog doch mal wieder!“. Aber auch wenn ich mich ganz bewusst an den Computer gesetzt habe, um einen Eintrag zu verfassen, war da einfach nichts. Keine Idee, kein Gedanke, keine Motivation. Ich fühlte mich schlecht deshalb. Fragte mich, wo mein Antrieb, anderen Menschen aus meinem Leben mit Behinderung zu erzählen und so eine Brücke zueinander zu bauen, geblieben ist.

Bis gestern wollte mir dazu einfach nichts einfallen, es war wie ein großer Nebel in mir. Und plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen.  Dann erfuhr ich, dass Kaiserin 1 gestorben ist, und wusste plötzlich, was mit mir los ist:

Ich bin genervt, aber vor allem traurig. Traurig darüber, dass ich den Eindruck gewonnen habe, dass es nur möglich ist, als Mensch mit Behinderung eine Brücke zu anderen zu bauen, wenn man sein Innerstes nach außen kehrt.

Wenn David Lebuser davon erzählt, dass ihm die Krankenkasse vorschreibt, wie oft am Tag er pinkeln darf.

Wenn Laura Gehlhaar darüber schreibt, dass es Menschen gibt, die sie gern ausrotten würden.

Wenn Raul Krauthausen berichtet, wie es ist, Sex mit Behinderung zu haben (hier auch).

Wenn Mareice von wahrhaftig behinderten Momenten schreibt.

Wenn Anastasia erkennt, dass sie zu behindert für Singlebörsen ist.

Oder wenn ich darüber spreche, wie mich ein betrunkener Mitstudent mitten ins Herz traf.

Wir verrenken uns analog, aber vor allem digital, machen uns gläsern, damit Menschen ohne Behinderung uns Menschen mit Behinderung verstehen. Damit sie sich ein Leben mit Behinderung vorstellen können. Damit sie keine (Berührungs-) Angst uns gegenüber mehr haben. Und umgekehrt?

Hunderte, wenn nicht sogar ein paar tausend Leser wissen sehr viel über mich, aber ich weiß von ihnen eigentlich nur, dass sie es gut/mutig/bewundernswert/stark/vorbildlich/hilfreich/erfrischend/ergreifend/(…) finden, was ich schreibe und wie ich lebe.

Irgendwie erfüllt mich das nicht mehr.

Versteht mich nicht falsch.

Ich will immer noch Brücken bauen, keine Frage.

Aber Doch dass Kaiserin 1 gegangen ist, hat mir klar gemacht: Ich möchte dies tun eine Brücke bauen, wenn jemand vor mir steht. Wenn er/sie mit mir spricht, mich anlächelt, mich berührt, umarmt, mit mir gemeinsam lacht, weint, schreit, schimpft und jubelt. Bei einem Kaffee, mitten in Berlin/Köln/Frankfurt/(…) oder sogar in Iserlohn. Live und in Farbe. Authentisch, echt, greifbar, statt digital diffus. Das wär‘ doch mal was, oder?

Ich möchte euch einladen zu einer echten Begegnung. Ich wünsche mir, auch euer Gesicht zu sehen. Auch eure Gedanken zu hören. Verbringt Zeit mit mir und erfahrt so, wie es ist, mit einer Behinderung zu leben.

Vielleicht werdet ihr feststellen, dass Vieles so verdammt ähnlich ist. Viel unaufgeregter als es in der digitalen Welt scheint. Vielleicht merkt ihr, dass Manches schon anders ist. Aber es macht euch nichts (mehr) aus, weil ihr es ja nun tatsächlich miterlebt und die Angst verschwindet.

Man könnte zum Beispiel:

  • gemeinsam zum Eishockey gehen und die Iserlohn Roosters anfeuern.
  • gemeinsam die Dechenhöhle besuchen.
  • gemeinsam im Sauerlandpark bei einem Open-Air-Konzert rocken bis zum Umfallen.
  • gemeinsam nach Dortmund fahren und 90 Minuten schwarz-gelb sein.
  • Oder possierlichen Tierchen beim Possierlich-Sein zuschauen (das geht auch hier oder hier).
  • gemeinsam das wohl beste Eis im Sauerland genießen.
  • gemeinsam am Seilersee die Seele baumeln lassen.
  • Oder einfach nur entspannt einen Latte Macchiato schlürfen bei fuchs+hase.

 

Das sind schon acht Dinge, die man nur im kleinen, aber feinen Iserlohn bzw. drumherum zusammen unternehmen könnte. Krass. Wie viel kann man dann erst in Köln, Frankfurt und Berlin erleben? Boah!

Michael Bartlewski und Tobias Henkenhaf von DIE FRAGE bringen es so wunderbar auf den Punkt: Es ist der echte Kontakt, der uns fehlt.

2016 wird für mich also: weniger digital, mehr analog.

Weniger „Wie ist das eigentlich bei dir?“, mehr „Guck mal, so ist das bei mir!“.

Weniger „Ist doch klar, dass er nicht weiß, wie es ist.“, mehr Arschlochfilter.

Weniger bloggen, mehr diskutieren auf Konferenzen, BarCamps und Co. (zum Beispiel am 30. Januar 2016 in München).

 

Ich hoffe, wir sehen uns!

#einElefantfuerDich

„Nein, mein Mann will das nicht.“

 

Quelle: pixabay.com

Quelle: pixabay.com

Ihr glaubt gar nicht, wie oft ich diesen Satz in den letzten vier Wochen von Freundinnen und Bekannten gehört habe. Sie leben alle in Beziehungen oder sind sogar verheiratet. Ganz egal, wie alt sie sind oder wie lange sie schon mit ihrem Partner zusammen sind – sie sagen alle diesen Satz. Immer und immer wieder, mehrmals am Tag.

Anfangs war ich verwundert, dachte Sachen wie: „Mensch, der ist aber ganz schön eifersüchtig/bestimmend!“, und lachte. Als mir aber nicht nur bei einer Bekannten, sondern auch bei zwei anderen auffiel, dass sie mir immer wieder diese Antwort gaben, wenn wir uns über Männer, Beziehungen und Co. unterhielten, da wurde ich stutzig. Na ja, auch ein bisschen besorgt.

Ich fragte meine Bekannten: „Habt ihr euch irgendwie gestritten oder so? Läuft es nicht so gut?“

„Nein, nein, der ist einfach so. Er will das einfach nicht.“

 

Aha.

 

Es ging um Dinge wie den besten Freund treffen. Abends mal mit den Mädels rausgehen. Ein Fernstudium beginnen. Das eigene Lieblingsgericht kochen. Sich ein neues, sexy Oberteil kaufen. Einen neuen Job annehmen. Sich tagsüber mal seltener melden als jede Stunde.

In den letzten Wochen habe ich mir echt Mühe gegeben, meine Bekannten zu verstehen. Ihre Männer zu verstehen. Leider muss ich ganz ehrlich sagen: Es gelingt mir nicht.

Ich meine, was ist das denn für eine Partnerschaft?!

Natürlich nehme ich Rücksicht auf meinen Partner. Sage ihm Bescheid, wenn es mal später wird als sonst. Sage so etwas wie: „Am Freitag treffe ich mich mit den Mädels.“
oder: „Ich würde so gerne mal wieder Lachs essen. Hast du was dagegen, wenn ich das morgen Abend koche?“
oder auch: „Wenn du Lachs gar nicht magst, kann ich auch was anderes für dich kochen, Schatz.“
oder: „Ich treffe mich nachher mit Marvin im Kino. Komm doch dazu, wenn du magst.“

Aber Dinge gar nicht mehr tun, die mich glücklich machen, weil mein Partner sagt: „Ich will nicht, dass du das tust!“?

Alte Freunde nicht mehr treffen, weil mein Partner sagt: „Nein, das sind Männer. Ich will nicht, dass du dich mit denen triffst und sich einer an dich ran macht!“?

Ein Oberteil im Laden hängen lassen, das mir unglaublich gut gefällt, weil mein Partner sagt: „Darin siehst du zu sexy aus. So sollen dich die Leute nicht sehen!“?

Das Fernstudium absagen, weil mein Partner sagt: „Aber dann hast du keine Zeit mehr für mich, weil du immer nur studierst!“/„Nein, dann bist du ja gebildeter als ich. Das geht nicht.“?

Ich schaffe es kaum zu beschreiben, was ich fühle, wenn ich diese Schilderungen von meinen Bekannten höre. Mir geht es sehr schlecht dabei. Ich möchte weder sie noch ihre Partner verurteilen.

Dennoch frage ich mich, was das für eine Partnerschaft sein soll, in der Frau sich fügt und schmeichelt und sich vor allem, was sie tut, vor jedem Termin, den sie vereinbart fragt, ob ihr Partner etwas dagegen haben könnte?

Eine Partnerschaft, in der sie nicht nur statt Lachs lieber Chicken Wings im Ofen brät, sondern Kontakte zu Menschen abbricht, die ihr nahestehen. Eine Partnerschaft, in der sie ihre Träume und Wünsche begräbt, um ihn glücklich und zufrieden zu machen.

Mir schnürt sich die Brust zu bei diesem Gedanken und ich ertappe mich dabei, wie ich hoffe, niemals so blind vor Liebe zu sein. Ich bekomme Angst davor, mich zu binden, in diese Abhängigkeit zu verfallen, ohne es zu merken.

 

Kann man in einer Partnerschaft überhaupt Balance finden?

„Das ist mir gar nicht aufgefallen.“ – Eine überraschende Begegnung

Quelle: pixabay/CC0 Public Domain

Quelle: pixabay/CC0 Public Domain

Inzwischen bin ich im 5. Semester meines Studiums angelangt. Auf dem Vorlesungsplan stehen endlich überwiegend die Themen, wegen derer ich ursprünglich angefangen hatte, Journalismus und Unternehmenskommunikation zu studieren – Public Relations, Corporate Communication und Radiomoderation zum Beispiel. Hurra, endlich Praxis. Hurra, endlich Dinge, für die ich brenne!

Allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass ich in einer Vorlesung eine Begegnung haben würde, die nichts mit dem Fach zu tun hat, sondern mir wesentlich mehr bedeutet.

Nach der Vorlesung unterhielt ich mich noch eine Weile mit dem Dozenten über seine Arbeit als Chef eines Radiosenders, über meine Erfahrungen, die ich bereits beim Radio gesammelt hatte und über den geplanten Besuch bei einem Radiosender.

Ich fragte meinen Dozenten, ob das Radiostudio barrierefrei zugänglich sei.

Er sagte: Nein. Aber wieso ist das so wichtig?

Ich war total perplex, dachte in etwa „Mensch, das ist doch offensichtlich!“, aber ich sagte einfach: Na ja, ich sitze halt im Rollstuhl.

Mein Dozent zog überrascht eine Augenbraue hoch und meinte: Oh, das ist mir gar nicht aufgefallen! Sorry.

 

Ganz ehrlich? Es gab nichts, wofür er sich hätte entschuldigen müssen. Im Gegenteil, in diesem Moment hätte ich Freudensprünge machen können. Es war das erste Mal, dass einem fremden Menschen nicht zuerst mein Rollstuhl aufgefallen war, sondern mein Interesse am Thema, meine Fähigkeiten.

 

Was für ein Gefühl!

 

Hattet ihr auch schon einmal eine Begegnung, die euch viel mehr bedeutet hat, als erwartet?

Gab es schon einmal eine Begegnung, die euch überrascht hat?

Brief an einen wundervollen Menschen

Lieber wundervoller Mensch,

du sagtest, du kannst und willst nicht mehr mit mir befreundet sein, wenn ich die Wahrheit nicht vertrage. Die Wahrheit, dass die Welt nicht immer nur schwarz/weiß ist, sondern grau, und dass grau gut ist.

Es geht mir nicht darum, dass du mir gegenüber nicht ehrlich sein kannst. Im Gegenteil, ich habe schon oft gesagt, dass ich genau dies sehr an dir schätze. Das heißt aber nicht, dass ich mit dieser Wahrheit immer hundertprozentig umgehen kann und dass sie mich nie verletzt bzw. sehr nachdenklich macht.

Leider ist das Schwarz/Weiß genau eines der wenigen Probleme, die mich seit Jahren begleiten, für die ich jedoch noch immer keine Lösung weiß. Entweder bin ich total euphorisch, platze vor Energie, sehe alles weiß, oder ich bin traurig, alles ist vernebelt und schwer und schwarz. So fühlt sich eine Depression an.

Das ist sehr anstrengend und frustrierend für mich, da ein Teil von mir wie ein Außenstehender in einer Glaskugel ist, der diese Hochs und Tiefs sehr bewusst beobachtet, aber nicht eingreifen kann.

Ich weiß, dass dies als wirklich Außenstehender im Umgang mit mir ebenso anstrengend ist und ich verstehe, dass man irgendwann damit nicht mehr zurechtkommt bzw. nicht mehr damit umgehen mag. Nicht umsonst wünsche ich mir so oft, ich könnte aus meinem Körper aussteigen wie aus einem Taucheranzug und mir einen neuen anziehen, der sich leicht anfühlt, der bunt ist.

Für mich warst du bisher immer einer der Menschen, die mich so schwarz/weiß wie ich bin angenommen und akzeptiert haben. Das war wunderschön und ich bin dir sehr dankbar dafür.

Es tut weh, dass wir beide nun auch an dem Punkt sind, an dem das Schwarz/Weiß uns getrennte Wege gehen lässt, aber auch das werde ich überstehen. Ebenso wie du.

 

Du bist ein wundervoller Mensch. Alles Gute!

 

 

Stellungnahme zum Beitrag vom 05.01.2015

Mein Aufruf zur Überarbeitung des neuen Schwerbehindertenausweises vom 5. Januar 2015 brachte viele Reaktionen hervor. Gut anderthalb Stunden nach der Veröffentlichung hier auf meinem Blog, auf meiner Facebook-Seite Ungebremster Redeschwall, auf meinem Twitter-Account @HappyZwitschert sowie in einigen Facebook-Gruppen für Menschen mit Behinderung hatten mich bereits über 280 Nachrichten, Kommentare, Tweets und E-Mails erreicht, inklusive der Anzahl von Leuten, die den Beitrag auf Facebook & Twitter geteilt, mit „Gefällt mir“ markiert oder als Link weiter verbreitet haben. Danach habe ich, überrollt von der Flut der Reaktionen, aufgehört zu zählen.

Viele der Rückmeldungen enthielten Zuspruch. Dafür möchte ich mich bei allen von ganzem Herzen bedanken!

Sehr viele Rückmeldungen drückten aber auch Unverständnis oder Protest gegen meinen Aufruf aus.

Weiterhin stehe ich dazu: Ich bin offen für die Debatte zum Thema.

Das bedeutet, jeder kann seine Meinung zum Thema frei äußern, sie ebenfalls zu Debatte stellen. Egal, ob man sich meiner persönlichen Sicht anschließt, ob man diese durch eigene Gedanken ergänzen möchte oder ob man sie ablehnt.

Glücklicherweise ist dies hier, in Deutschland, möglich. Es gilt das Recht auf freie Meinungsäußerung. Hinter diesem wichtigen, demokratischen Recht stehe ich voll und ganz.

Das heißt für mich: Ich gewähre das Recht auf freie Meinungsäußerung jedem, der mit mir kommuniziert. Egal, ob derjenige im persönlichen Gespräch mit mir kommuniziert, über den Postweg oder über digitale Kommunikationsmöglichkeiten.
Das heißt für mich jedoch auch, dass ich selbst dieses Recht auf freie Meinungsäußerung in Anspruch nehmen kann, wenn ich das Bedürfnis dazu habe. Im persönlichen Gespräch, auf dem Postweg oder über digitale Kommunikationsmöglichkeiten.

Einige der Menschen, die auf meinen Blogbeitrag reagiert haben, sind in ihren Reaktionen so weit gegangen zu fordern, dass man mir mein Recht auf freie Meinungsäußerung nehmen sollte. Zuerst waren es nur einzelne, und ich dachte noch: Oh, ich habe einen wunden Punkt getroffen.

Mit der Zeit mehrten sich solche Äußerungen allerdings. Die Reaktionen richteten sich nicht mehr nur gegen meine frei geäußerte Meinung, sie zielten ganz direkt gegen meine Person. Wurden zu Unterstellungen und Mutmaßungen über mich, mein Leben und meine Ansichten.

Ich war – noch einmal an diesem Tag – zutiefst geschockt.

Geschockt über die Oberflächlichkeit, mit der vor allem andere Menschen mit Behinderung mir gegenüber traten. Egal in welchem sozialen Netzwerk ich mich täglich aufhalte, egal wann und wo ich mich mit anderen Menschen mit Behinderung unterhalte, häufigster Kritikpunkt derjenigen mit Behinderung an den Nichtbehinderten ist ihre Oberflächlichkeit und Ignoranz gegenüber den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderungen. Die häufigste Reaktion der Menschen mit Behinderung auf meinen Beitrag lautet in etwa: Ich verstehe deinen Beitrag nicht. Ist doch egal, ob das Foto gut aussieht oder nicht.
Auch beliebt: Inklu-was? Wovon redest du? Können wir Probleme tauschen?

Ich frage diese Menschen mit Behinderung: Benehmt ihr euch wirklich anders?

Ebenso gern wird in der Behindertenszene argumentiert mit dem Egoismus der Nichtbehinderten. „Die denken nur an sich!“ und „Ist doch alles pseudo-sozial!“ sind nur zwei meiner persönlichen Wir Behinderte sind so arm dran-Dauerbrenner. 99 % der Menschen mit Behinderung, die meine frei geäußerte Meinung und/oder meine Person strikt ablehnen, argumentieren in ihren Reaktionen mit Formulierungen wie: „In meinem Fall brauche ich den Ausweis fast gar nicht.“ oder „Ich habe eh keinen Ausweis, also interessiert es mich nicht.“ oder „Mich stört es nicht. Warum also so ein Fass aufmachen?“ oder „Ich bin froh, dass ich überhaupt Vorteile habe durch den Ausweis. Alles andere juckt mich doch nicht.“

Ich frage diese Menschen mit Behinderung: Benehmt ihr euch wirklich anders?

Das am häufigsten vorgebrachte Argument der Menschen ohne Behinderung gegen meinen Beitrag ist: Wir Menschen mit Behinderung sollten froh sein, einfach nur den Schwerbehindertenausweis vorzeigen zu müssen (um Vergünstigungen zu bekommen).

Der Großteil der nichtbehinderten Menschen in meinem Umfeld kehrt häufig vom Supermarkt zurück mit den Worten: „Oh Mann, ich musste schon wieder meinen Personalausweis an der Kasse vorzeigen. Sieht man doch, dass ich alt genug bin, um Alkohol und Zigaretten zu kaufen! Die sollen sich mal nicht so anstellen.“ Auch sehr beliebt ist die Aussage: „Die (an der Kasse) kapieren es aber auch nicht. Ich gehe da mehrmals die Woche hin, und trotzdem wollen die immer meinen Ausweis sehen.“

Diese Menschen ohne Behinderung frage ich: Seid ihr es denn?

Auf beiden Seiten für Aufruhr gesorgt hat mein persönlicher Gedanke beim ersten Anblick des neuen Ausweises: „Leben wir in 2015 oder 1945?“

Ich habe es nun mehrmals ausdrücklich betont, verdeutliche es aber gerne noch einmal: Ich äußere frei meine persönliche Meinung und meine persönlichen Gedanken. Das heißt, ich spreche für mich. Keinesfalls maße ich es mir an, für alle Menschen mit Behinderung zu sprechen, respektive zu schreiben. Am Ende meines Beitrags vom 05.01.2015 wechsle ich vom Ich zum Wir, da ich einen allgemeinen Vergleich anstelle, der einerseits auf dem in unserer Gesellschaft üblichen Sprachgebrauch und andererseits auf meinen persönlichen Erfahrungen und meinem persönlichen Umgang mit anderen Menschen mit Behinderung beruht.

Mir ist bewusst, dass der gebrachte Vergleich drastisch ist, zumal ich das Regime der Nationalsozialisten nicht persönlich miterlebt habe und daher nur aus Gelerntem und von Zeitzeugen Erlebten schöpfen kann. Jedem, der die in dieser Zeit erfolgte Grausamkeit am eigenen Leib spüren musste, möchte ich meinen tiefsten Respekt aussprechen und betonen, dass ich meine Erlebnisse und Empfindungen keineswegs mit den seinen gleichstellen möchte.

Es handelt sich lediglich um meinen persönlichen allerersten Gedanken beim Anblick des Ausweises, eine Assoziation aus dem Bauch heraus. Ich kann und möchte meine innersten Gedanken und ihren Ursprung weder erklären noch rechtfertigen. Ich möchte aber in einem weiteren Beitrag mein Bestes geben, diese Gedanken näher zu erläutern und so zu verdeutlichen, warum ich den Vergleich auch später, beim Schreiben des Blogbeitrages vom 05.01.2015, beibehalten habe, nach wie vor für eine Überarbeitung des neuen Schwerbehindertenausweises plädiere und meinen öffentlichen Aufruf an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Arbeitsgruppe des Nationalen Aktionsplans der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention aufrecht erhalte.

“Großer Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen, ehe ich nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin.” – Indianisches Sprichwort

Wenn aus Prinzen Frösche werden 2

Nach zwei Wochen kam meine ursprüngliche Therapeutin wieder aus dem Urlaub. Und ich verstand die Welt nicht mehr. Levi* lachte nicht mehr. Seine Augen waren stumpf. Wenn ich ihn ansah, sah ich nur noch „Ich habe keinen Bock mehr!“ Als die Therapeutin ihn an diesem Tag nach einem kurzen Check fragte, ob er meine Behandlung wieder übernehmen wolle, sagte er Nein. Zuerst machte ich mir nicht viel daraus, schließlich hatte jeder mal einen schlechten Tag.

Allerdings änderte sich in der folgenden Woche nichts an seinem Verhalten, im Gegenteil. Levi sprach kaum noch, reagierte entweder gar nicht, wenn ich etwas sagte oder unterbrach mich mitten im Satz. Er war plötzlich nicht mehr sanft und aufmerksam während der Behandlung, sondern abwesend, mechanisch. Plötzlich machten wir fast jeden Tag dieselben Übungen, alle mit wenig Enthusiasmus. Ich wurde unglaublich nervös, versuchte die Stimmung mit blöden, ironischen Kommentaren zu lockern- und machte wahrscheinlich alles nur noch schlimmer. Sobald wir uns voneinander verabschiedeten, „Bis morgen.“ sagten, war der alte Levi für einen kurzen Augenblick wieder da. Ein kleines Zwinkern, bevor er mit dem nächsten Patienten im Behandlungsraum verschwand, eine kurze Berührung an meiner Schulter. Bei der nächsten Behandlung das gleiche Spiel.

Ich entschied mich nach ewigem Hin und Her, mir Levis Verhalten nicht einfach so gefallen zu lassen. Ich ging in die Offensive, sagte ihm bei jeder Behandlung, was mir bei der vorherigen gefallen hatte und was nicht. Wenn es schon beschissen lief zwischen uns beiden, sollte er bei seinem Praktikum wenigstens etwas lernen von mir, die schon ihr ganzes Leben lang Physiotherapie-Patientin ist!

Manchmal lachten wir wieder zusammen. Dann versuchte ich, mit Levi ins Gespräch zu kommen. Beobachtete ihn, saugte alles auf, was er von sich gab. Ich wusste immer noch nicht, was los war, fragte ihn: „Hast du wieder Ärger bekommen? Soll ich was klären bei den Ärzten oder deinen Kollegen?“
„Nein, nein, alles ok.“

Dennoch ließ mich der Verdacht nicht los, dass erneut etwas vorgefallen war, was ich als Patientin nicht wissen sollte. Die Ärzte und Therapeuten beobachteten mich viel intensiver als ohnehin schon, fragten mich auffällig oft, warum ich plötzlich so gut gelaunt war, wenn ich zum Training ging. Wie mir denn die Physiotherapie mit dem neuen Praktikanten so gefalle. Ich spielte das Spielchen mit, bis Levis letzter Arbeitstag auf dem Kalender stand.

Du musst ihn fragen, ob er in Kontakt bleiben möchte. Nicht mehr, nicht weniger. Was dann kommt, wird sich zeigen. Nicht per SMS, sondern persönlich. Du musst!

Die Aufregung vor der letzten Behandlung mit Levi machte mich schier wahnsinnig, legte sich aber, sobald wir loslegten. Es war wie am Anfang. Wir lachten, warfen uns einen ironischen Spruch nach dem anderen an den Kopf, ich schwitzte Blut und Wasser. Gott sei Dank!

Kurz vor Schluss fragte Levi mich: „Sag mal, was hast du denn eigentlich? Warum bist du hier?“
Diese Frage hatte er mir schon oft gestellt, bisher war ich jedoch immer geschickt ausgewichen. Ich wollte ihm diese Frage beantworten, aber nicht jetzt. Später, wenn ich selbst mit all dem zurecht kam, was in den letzten drei Monaten passiert war, dann würde es kein Problem für mich sein, ihm alles zu erklären. Leider verließen mich meine guten Geister, als Levi mich dieses Mal fragte. Die Ärzte waren sich noch nicht ganz sicher, was mit mir los war, hatten jedoch mehrere vorläufige Diagnosen gestellt. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass Levi mir eben jene Frage noch einmal stellen würde, und knallte ihm im Schock sämtliche Vorab-Diagnosen der Ärzte vor die Füße. Oh nein. Nicht gut.

Ich stammelte noch: „Alles halb so schlimm wie es klingt, ehrlich!“, aber es war nichts mehr zu retten. Levi hob die Hände abwehrend in die Luft, presste die Lippen aufeinander und taumelte drei Schritte zurück. Keine Sekunde später riss meine ehemalige Therapeutin die Tür zum Behandlungszimmer auf und rief: „Levi, wo bleibst du? Der nächste Kurs hat schon längst angefangen!“

Mit einem „Oh! Ich komme!“ machte Levi auf dem Absatz kehrt und verschwand aus dem Raum. Ich setzte mich in meinen Rollstuhl, meine Augen brannten und ich hatte das Gefühl, um mich herum bräche eine Welt zusammen. Draußen auf dem Flur trafen Levi und ich noch einmal aufeinander. Er gab mir meine unterschriebene Behandlungskarte, winkte mir mit einem gezwungenen Lächeln und rief: „Alles Gute!“

Ich biss mir auf die Lippen, um mir ein Schluchzen zu verkneifen, und fuhr langsam in Richtung Ausgang. Die automatische Tür brummte schon, um mich hindurch zu lassen, da spürte ich plötzlich eine Hand auf meinem Rücken. „Ich wünsche dir wirklich alles Gute.“

 

*Levi: Hebräisch für „verbunden mit“, „anhänglich“/ungarische Kurzform von „Levente“ für „Held“, „Ritter“

Wenn aus Prinzen Frösche werden 1

Levi saß an seinem Schreibtisch und übertrug mit einem Bleistift hochkonzentriert etwas von einem Blatt Papier auf ein anderes. Sein schräg geschnittener Pony fiel ihm dabei ständig ins Gesicht und Levi nickte immer wieder mit dem Kopf, um klar sehen zu können. Obwohl er sich so sehr konzentrierte, verschrieb er sich mehrmals. Dann sagte er „Ach!“, klemmte die Zungenspitze in den rechten Mundwinkel und rubbelte den Radiergummi mit frustriertem Gesichtsausdruck über das Papier.

Ich war durch die automatische Eingangstür in den Behandlungsbereich gefahren. Es war erstaunlich ruhig, kein anderer Patient war da, kein Therapeut in Sicht. Also bog ich ausnahmsweise nicht nach links ab in die Wartezone, sondern nach rechts, ins Therapeutenbüro, um zu sehen, ob überhaupt jemand anwesend war außer mir. Die ungewöhnliche Ruhe machte mich stutzig, außerdem kribbelten meine Arme plötzlich und die feinen Härchen auf meinen Unterarmen stellten sich auf. Was ist denn jetzt los?

Kaum war ich nach rechts abgebogen, bremste ich abrupt, aber so leise wie möglich, mitten im Türrahmen.

 Oh wow! Der ist es! Der oder keiner!

Keine zwei Meter entfernt von mir saß Levi, und er hatte mich in einem Augenblick komplett umgehauen. Ich hielt die Luft an, ließ die Räder meines Rollstuhls los und stützte meine Hände vorsichtig neben meine Oberschenkel in das Sitzkissen. Mein Herz schlug so heftig, dass es in meinen Ohren beinahe unangenehm laut pochte, mein ganzer Körper kribbelte, war angespannt und ich hatte das Gefühl, die Welt um mich herum war plötzlich unglaublich viel heller, bunter, schöner.

Innerlich kicherte ich über Levis vorwitzigen Pony, der ihn an der Nase kitzelte, und überhaupt darüber, wie er dort saß.

Wie ein kleiner Junge, der gerade schreiben lernt, und sich so sehr dabei anstrengt, dass er die Welt um sich herum vergisst.

Kaum hatte ich diesen Gedanken zu Ende gedacht, bemerkte Levi mich. Seine Pupillen zogen sich vor Überraschung ganz kurz zusammen, dann begannen seine Augen zu strahlen. Sie waren eisblau, gespickt mit dunkelblauen Flecken. Wie das Meer vor Island. Wie ein tiefer Gletschersee. Wunderschön.

Er lächelte, lief knallrot an und sagte: „Hi.“
„Hi“, sagte ich ebenfalls, leicht peinlich berührt, weil ich ihn so lange unbemerkt angestarrt hatte, und rollte ein Stück auf ihn zu. Wieder sahen wir uns einfach nur an, ein paar Sekunden lang, grinsend, irgendwie irritiert. Gerade setzte ich dazu an, endlich mit der Sprache herauszurücken, wer ich denn eigentlich war und was ich wollte, da sprang Levi mit einem „Oh, Entschuldigung, Entschuldigung!“ von seinem Bürostuhl auf, blieb mit der linken Hüfte an der Ecke des Schreibtisches hängen, verzog vor Schmerz kurz das Gesicht, ging dann um den Schreibtisch herum und schob die orangefarbenen Plastikstühle zur Seite, die verhinderten, dass ich näher an den Tisch heranfahren konnte – Natürlich nicht, ohne auf dem Rückweg zu seinem Platz an einem der Stuhlbeine hängen zu bleiben und zu stolpern. Es fiel mir sehr schwer, nicht laut zu lachen. Oh Mann! Wie süß.

„So, jetzt ist das besser.“
„Ja, stimmt. Danke.“
„Nich‘ dafür.“
„Hm, ja, also, ich suche meinen neuen Therapeuten. Er soll Praktikant sein, Urlaubsvertretung für die nächsten drei Wochen. Ich hab‘ Sie hier noch nie gesehen, also sind Sie das wahrscheinlich. Oder?“

 

Levi war schon vor ein paar Monaten ein ziemlich guter Physiotherapeut gewesen. Mittlerweile hat er seine Ausbildung abgeschlossen, soweit ich weiß. Damals gab er mir seine Handynummer, nachdem wir nicht einmal eine halbe Stunde miteinander trainiert und uns unterhalten hatten. Es war wie bei allen anderen und doch anders. Melde dich, wenn du mal Hilfe brauchst. Ich fahre fast jeden Tag an deiner Wohnung vorbei, und auch am Einkaufszentrum. Dann kann ich dir ab und zu mal ein paar Sachen besorgen, ist ja leichter für mich. Und auch sonst, wenn du Hilfe brauchst, melde dich einfach.

Ich dachte nicht wie sonst: Ja klar, laber‘ du nur. Meinst du eh nicht ernst. Sondern ich dachte: Ha, das nenn‘ ich mal ’ne subtile Anmache!, und grinste im Stillen.

Wir wussten beide, dass der persönliche Kontakt zwischen Therapeut und Patient nicht erlaubt war. Wie alle anderen Praktikanten zuvor hatte Levi mich gefragt, ob es in Ordnung sei, dass wir Du zueinander sagten und ich hatte zugestimmt, trotzdem bekam er noch am selben Tag ziemlichen Ärger. Wir regten uns tierisch darüber auf, zumal wir im weiteren Gespräch herausgefunden hatten, dass wir ein paar gemeinsame Freunde hatten und uns in Zukunft wohl öfter sehen würden. Letztendlich beschlossen wir, uns hinter verschlossenen Türen zu duzen und ansonsten zu siezen. Mit der Zeit fanden wir das ziemlich witzig. Den Kontakt per Telefon schlossen wir komplett aus, während wir uns in der Klinik aufhielten. Was danach kam, wollten wir sehen.

 

*Levi: Hebräisch für „verbunden mit“, „anhänglich“/ungarische Kurzform von „Levente“ für „Held“, „Ritter“

Der neue Schwerbehindertenausweis – Öffentlicher Aufruf an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Nichtsahnend scrolle ich wie jeden Tag durch meine Facebook-Pinnwand und bin gespannt, was es Neues gibt bei den anderen Nutzern. Plötzlich springt mir das Gesicht von Adina Hermann, einer Bekannten aus Berlin, entgegen. Allerdings seltsam verzerrt und farblos. Ich bin irritiert und sehe mir ihren Beitrag genauer an.

Adina schreibt:

„Der neue Schwerbehindertenausweis – so wrong on so many levels.
Ist nicht nur eine Beleidigung für’s Auge (mein Grafiker-Herz weint bitterste Tränen!), sondern sieht auch noch wie selbstgebastelt aus. In einem Wort: Gruselig!“

Ich sitze vor meinem MacBook und bin sprachlos. So ein DING soll ich demnächst auch mein Eigen nennen? Nur über meine Leiche!

Die Neugestaltung des Schwerbehindertenausweises erfolgt im Rahmen des Nationalen Aktionsplans der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in seinem Faltblatt zum neuen Schwerbehindertenausweis schreibt. Mit der Einführung wurde 2013 begonnen, seit dem 1. Januar 2015 ist die Ausstellung des neuen Ausweises im Scheckkartenformat deutschlandweit Pflicht. So weit, so gut.

Tatsächlich?

Positiv ist, dass der neue Ausweis Scheckkartenformat hat. Endlich passt er ins Portmonee oder in die Hosentasche, ohne dass man ihn umständlich knicken muss und die Schrift unleserlich wird. Die zum Ausweis gehörende Wertmarke zur Freifahrt im ÖPNV wird jedoch nach wie vor in Papierform ausgestellt. Das bedeutet allerdings: Wieder ein einzelnes Dokument mehr im Portmonee, das leicht beschädigt werden oder verloren gehen kann. Noch ein Argument für den neuen Ausweis: Blinde Menschen können sich die Buchstabenfolge sch-b-a in Brailleschrift auf den Ausweis drucken lassen, sodass er für sie neben anderen Scheckkarten im Portmonee, wie Bankkarte und Führerschein, leichter identifizierbar ist. Ebenfalls positiv ist, dass die Formulierung „Die Notwendigkeit zur Mitnahme einer Begleitperson ist nachgewiesen.“ für das Merkzeichen B umformuliert wurde in „Die Berechtigung zur Mitnahme einer Begleitperson ist nachgewiesen.“

Sind wir nicht alle ein bisschen kleinlich?

Nein, sind wir nicht. Es macht einen großen Unterschied, ob mir als Person mit Behinderung unterstellt wird, dass ich ständig in Begleitung unterwegs sein muss (weil ich eine Behinderung habe), oder ob lediglich dokumentiert wird, dass ich das Recht und die Wahlfreiheit habe, mich begleiten zu lassen.

Was stört, ist nicht nur, dass der neue Schwerbehindertenausweis aussieht „wie selbstgebastelt“. Mir persönlich kam auf den ersten Blick eine ganz andere, viel weitreichendere Assoziation:

„In welchem Jahr leben wir? 2015 oder 1945?“

Adina ist eine sehr hübsche Frau. Das weiß ich, weil ich sie persönlich getroffen habe. Auf dem biometrischen Passbild ihres neuen Schwerbehindertenausweises sieht sie aus, als sei sie ausgemergelt, krank und schwach- eben total behindert und bemitleidenswert.

Das große schwarze springt dem Betrachter des Ausweises gleich als nächstes ins Auge. Offiziell stellt es das Merkzeichen „B“ für „Begleitperson“ dar. So, wie es auf dem neuen Schwerbehindertenausweis dargestellt ist, gleicht es einer Leuchtreklame, einem Warnsignal, das dem Betrachter signalisiert:

Behindert! Behindert! Behindert!

Die Scheu vor Menschen mit Behinderung und dem Umgang mit ihnen, die zweifellos noch stark verankert ist in unserer Gesellschaft, wird nicht gemindert, sondern gezielt verstärkt. Wäre dem nicht so, müssten wir nicht (mehr) über die Inklusion von Menschen mit Behinderung diskutieren und bräuchten demzufolge weder eine UN-Behindertenrechtskonvention, noch einen nationalen Aktionsplan zur Umsetzung dieser.

Der Gipfel der Unmöglichkeit ist der englischsprachige Satz

„The holder of this card is severely disabled.“

auf der Vorderseite des neuen Schwerbehindertenausweises.

Bitte was bin ich?

Ich bin Cinderella Glücklich, 22 Jahre alt, wohnhaft in Iserlohn, Nordrhein-Westfalen.
Ich bin Cinderella Glücklich, Studentin des Studiengangs Journalism and Business Communication B.A., an der Privaten Hochschule BiTS Business and Information Technology School Iserlohn.
Ich bin Cinderella Glücklich, Journalistin, Texterin, Rednerin, Aktivistin.
Ich bin Cinderella Glücklich, Naturliebhaberin, Bücherwurm, Musikfreund.

Ich bin nicht meine Behinderung! Meine Behinderung ist nicht das, was mich ausmacht, was jedem unbedingt zu allererst mitgeteilt werden muss. Sie ist ein Teil von mir, so wie mein Charakter, meine Augenfarbe, meine Körpergröße. Mehr nicht.

Ganz abgesehen davon, dass in englischsprachigen Ländern wie dem Vereinigten Königreich, Kanada oder den USA heutzutage niemand im offiziellen Zusammenhang den Begriff „severely disabled“ zur Beschreibung einer Person mit Behinderung nutzen würde. In den genannten Ländern werden Begriffe wie „impairment“ oder „to be impaired“ oder „to be challenged“ im Sinne von „Einschränkung“, „eingeschränkt sein“ oder „herausgefordert sein“ verwendet. Diese Begriffe sind auch nicht optimal, aber bei weitem angemessener als „schwer beschädigt“.

Timo Hermann, Adinas Ehemann und Betreiber von Mobilsta.eu, einem Informationsportal für Menschen mit Behinderung, geht über die subjektiven Empfindungen hinaus und prangert weitere erhebliche Mängel des neuen Schwerbehindertenausweises an:

Das Ding ist ohnehin ein Treppenwitz. Er ist nicht EU-weit gültig, er ist in keiner Weise maschinenlesbar, und absurderweise hat er – im Gegensatz zum Alten – nicht ein einziges Sicherheitsmerkmal.

Wer sagt, dass Menschen mit Behinderung nicht in der Lage sind zu reisen? Wer sagt, dass sie dies nicht gerne und oft tun, nicht nur EU-, sondern weltweit?

Ich kann gar nicht aufzählen, wie oft ich meinen Schwerbehindertenausweis bei einer Behörde oder einem Unternehmen vorlegen muss, um ihn einlesen zu lassen. Wie soll das nun, mit dem neuen Ausweis, funktionieren?

Wer glaubt, dass andere, sogenannte nichtbehinderte Menschen Skrupel haben, Behindertenausweise zu ihrem Vorteil zu nutzen, der irrt sich leider.

Auch der neue Schwerbehindertenausweis braucht Sicherheitsmerkmale. So, wie jedes andere offizielle Ausweisdokument.

Die Wertmarke und alle weiteren relevanten personenbezogenen Daten des Ausweisinhabers wie die Merkzeichen und der Grad der Behinderung sollten in einem elektronischen Chip auf dem Ausweis gespeichert werden So, wie auf dem neuen Personalausweis oder der elektronischen Gesundheitskarte, damit er problemlos maschinell eingelesen werden kann. Apropos elektronische Gesundheitskarte. Bei dieser Karte ist es dem Inhaber ab der Inanspruchnahme der Pflegestufe II freigestellt, ob er eine Karte mit oder ohne Lichtbild anfertigen lassen möchte – Warum geht das nicht auch beim neuen Schwerbehindertenausweis?

Teil der UN-Behindertenrechtskonvention und den Bestrebungen zur Inklusion ist auch der Bereich Mobilität. Menschen mit Behinderungen müssen die gleichen Möglichkeiten haben, zu reisen, wie andere – Warum ist diese Möglichkeit beim neuen Schwerbehindertenausweis nicht gegeben?

Für mich ist der neue Schwerbehindertenausweis kein Fortschritt hin zu mehr Inklusion, mehr Gleichstellung und Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderung. Im Gegenteil, er ist ein deutlicher Rückschritt.

Ich fühle mich zurückerinnert an die Zeit der Nationalsozialisten, in der die Gesellschaft in Gruppen eingeteilt wurde. Juden und Nicht-Juden. Heute sagen wir: Menschen mit Behinderung und Menschen ohne Behinderung. Früher war es der Judenpass, mit einem unvorteilhaften Bild des Inhabers, einem für jedermann sichtbaren gelben Stern und dem Stempel „Jude“. Heute ist es der Schwerbehindertenausweis mit einem gruseligen biometrischen Passbild, einem für jedermann sichtbaren, großen schwarzen „B und dem Satz „The holder of this card is severely disabled.“

 

Hiermit fordere ich das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Arbeitsgruppe des Nationalen Aktionsplans der Bundesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auf, die verpflichtende Einführung des neugestalteten Schwerbehindertenausweises mit sofortiger Wirkung zurückzuziehen und das Ausweisdokument gemeinsam mit einem Ausschuss, bestehend aus Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen, bis Ende 2015 zu überarbeiten.

2015 – …und noch viel vor.

Ja, 2014 habe ich viel erlebt. Viel Gutes und viel Schlechtes, das letzten Endes doch sehr gut war.
2015 möchte ich deshalb noch mehr.

Bisher noch nicht erwähnt habe ich allerdings:Mairhofer_20141019_keinwiderspruch-CinderellaGluecklich_080_web

  • Das Projekt Kein Widerspruch von Johannes Mairhofer, an dem ich teilnehmen durfte. Meinen Beitrag zum Projekt findet man hier.
  • Radio München hat noch Einen oben drauf gesetzt und eine Sondersendung zu Kein Widerspruch ausgestrahlt. Hier kann man sich die gesamte Aufzeichnung der Sendung auf SoundCloud anhören. Mein Beitrag ist auch dabei.
  • Das magazine 4 aus München hat mich zu meiner Teilnahme bei Kein Widerspruch und zu meinem Projekt FashionAbility interviewt.
  • 2014 konnte ich mit meiner persönlichen Geschichte und mit FashionAbility zwei Studenten bei ihren Abschlussarbeiten unterstützen. Ich hatte sehr viel Freude dabei und wünsche den beiden viel Erfolg!

 

  • Ich möchte erfolgreich aktiv sein für mehr Barrierefreiheit an meiner Universität.
  • Ich möchte so für Menschen mit Depressionen aktiv sein, dass sie sich wenigstens Ansatzweise verstanden fühlen. Gleichzeitig möchte ich Menschen ohne Depressionen zuhören und Wege finden, ihnen verständlich zu erklären, wie es ist, wenn man eine Depression hat.
  • Ich möchte mich aktiv beschäftigen mit dem Thema Hochsensibilität, um mich selbst besser zu verstehen und um anderen Hochsensitiven zeigen zu können, wo sie Informationen zum Thema und auch Hilfe finden.

 

  • Ich wünsche mir, dass alle, die sich für Inklusion interessieren oder sich dafür stark machen, verstehen, dass Inklusion weit mehr ist, als Menschen mit Behinderung als gleichberechtigten Teil der Gesellschaft anzunehmen.

 

  • Ich möchte sehr gute Noten im Studium und beruflichen Erfolg. Vor allem aber Gesundheit.
  • FashionAbility kommt 2015 endlich richtig ins Rollen, denn das Projekt und ich sind als Teilnehmer der 20. Runde der Civil Academy ausgewählt worden.

 

Also, auf ein neues, liebe Leser! Was möchtet ihr in 2015 erreichen?

2014 – Viel erlebt 2 (Gewidmet Victoria, dem @vintagemadchen)

Der erste Teil.

C. war Koordinatorin eines „Intensivseminars für Projektmanagement“, wie sie am Telefon sagte. Das Seminar sollte inklusiv gestaltet werden, weshalb man noch auf der Suche nach Teilnehmern mit Behinderung war. C. erklärte weiter, dass die Aktion Mensch ein Stipendium für die Teilnahme am Seminar gestiftet hätte und man durch meine Aktivitäten im Netz auf mich als potentielle Kandidatin aufmerksam geworden war. Deshalb würde man mich gerne kurzfristig zu einem Bewerbungsgespräch via Skype einladen.

Innerlich machte ich Luftsprünge. Ein Seminar für Projektmanagement! Genau das, was ich jetzt für FashionAbility brauche!, dachte ich, und sagte zu. Das leicht flattrige Gefühl in meinem Bauch hatte ich während des Telefonats erfolgreich ignoriert- bis plötzlich eine kleine Pause entstand und C. gedehnt meinte: „Tja, also… Die Sache hat nur einen Haken.“ Oh nein! Ich schlug mit der rechten Hand gegen meine Stirn und sank resigniert in meinem Rollstuhl zusammen. Bitte nicht noch mehr Stress! Bitte keine Haken mehr bei irgendwas! Nur ein einziges Mal, bitte, bitte, bitte!

„Was für einen Haken denn?“, fragte ich. „Na ja… Am Montag geht es los, 9:00 Uhr hier bei Berlin.“

Zum Zeitpunkt des Anrufes war es Samstagabend, ca. 22:00 Uhr. Ich sollte also innerhalb von einem Tag eine Fahrt von Iserlohn nach Berlin organisieren? Mit dem Rollstuhl? Mitten in der Klausurenphase? So beschissen, wie es mir ging? Ach, mache ich doch mit links im Schlaf, alles kein Ding, Leute.

Heute frage ich mich selbst, woher ich die Kräfte nahm, aber ich schaffte es tatsächlich zum 1. Campaign

Meine "Bootcamp-Buddies" und ich während des Planspiels unter Echtzeitbedingungen.

Meine „Bootcamp-Buddies“ und ich während des Planspiels unter Echtzeitbedingungen. © Campaign Bootcamp Deutschland

Bootcamp Deutschland im Dorf Paretz bei Berlin. In meiner Erschöpfung bemerkte ich erst nach der Hälfte des Camps, dass es eigentlich nur im weitesten Sinne um Projektmanagement ging. Bis dahin hatte ich mich zwar gewundert, warum die meisten Teilnehmer so unglaublich sozial und engagiert wirkten und im Gegensatz zu meinen Kommilitonen an der Uni mehr schlecht als recht von Wirtschaft & Co. sprachen, weiter kam mein völlig überanstrengtes Gehirn jedoch nicht. Das Campaign Bootcamp Deutschland ist eine einwöchige Ausbildung für junge Kampagnenmacher, Aktivisten und „Weltverbesserer“. Die Idee für das Camp stammt aus Großbritannien, wo sich einige erfahrene Kampagnenmacher überlegt hatten, wie man junge Engagierte besser auf ihre Karriere bei NGOs vorbereiten könne.

Da saß ich also zwischen mehr als 30 jungen Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, und bekam die volle Breitseite an politisch-gesellschaftlichen Problemen, Lösungsstrategien, Organisationsinstrumenten etc. von international bekannten Trainern und Aktivisten präsentiert. Und das, obwohl ich mich bisher zwar sehr viel über „die Politiker“ aufgeregt, aber nicht wirklich näher mit „dem was die da oben tun“ beschäftigt hatte. Oh Mann!

Während des Camps wurde mir langsam aber sicher bewusst, dass mit mir etwas ganz und gar nicht stimmte. Die Schmerzen, die ich seit meinem neunten Lebensjahr vor allem im Rücken gehabt hatte, wurden immer stärker. Bald tat mir nicht nur mein Rücken weh, sondern mein ganzer Körper fing an zu schmerzen. Vom Haaransatz über die Fingergelenke bis zu den Zehennägeln stand ich komplett unter Strom, hoffte zeitweise, ich könnte meine Haut einfach ablegen, wie einen Neoprenanzug nach dem Tauchen. Die anderen Teilnehmer und die Organisatoren behandelten mich im positiven Sinne wie die Prinzessin auf der Erbse, überhaupt war die Stimmung während des Camps einfach unglaublich- wir kannten uns alle bis dahin nicht, und doch waren wir eine große Familie.

Direkt im Anschluss an das Camp sollte ich die noch ausstehenden Prüfungen an der Uni absolvieren. Obwohl es mir immer schlechter ging, funktionierte ich weiter. Ich lernte, schluckte Schmerztabletten, lernte, schluckte Schmerztabletten- und vergaß alles andere. Am Abend vor den Prüfungen, dem 25. Juni 2014, fünf Tage nach dem Bootcamp, kam dann, was kommen musste: Nichts ging mehr. Ich lag auf meinem Bett, weinte vor Erschöpfung und Schmerzen, und schaffte es gerade noch, eine gute Freundin anzurufen, die in der Nähe wohnte. Mehr als „Ich brauche Hilfe.“ zu flüstern schaffte ich nicht.

Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie dankbar ich dafür bin, dass es in meinem Leben einige Menschen gibt, auf die ich zählen kann- an guten wie an schlechten Tagen, Tag und Nacht. Es dauerte keine zehn Minuten, bis besagte Freundin mit einer gemeinsamen Kommilitonin in meiner Studentenwohnung stand, mich mit einem inbrünstigen „Ach du Scheiße!“ in meinen Rollstuhl verfrachtete, zum Auto schob und ins Krankenhaus fuhr.

Geistesgegenwärtig hatte sie bereits auf dem Uniparkplatz mit einem der städtischen Krankenhäuser telefoniert und dabei erwähnt, dass ich schon früher Probleme mit Depressionen gehabt hatte. Glücklicherweise war die Ärztin am anderen Ende der Leitung ebenso geistesgegenwärtig und schickte uns direkt zu einer nahegelegenen psychiatrischen Fachklinik.

Was, ich? Psychiatrie?! Jetzt?! OH GOTT!

Es folgten drei Monate, in denen ich die bisherigen 22 Jahre meines Lebens durchleuchtete von A bis Z. Ich sortierte Erinnerungen, Ereignisse, Personen, Handlungen und alles drumherum. In stundenlangen Gesprächen mit Therapeuten, Pflegern und Mitpatienten. Weinte mir die Augen aus dem Kopf, lachte so herzlich wie nie zuvor, trainierte meinen Körper, gönnte ihm endlich Pausen. Aber vor allem lernte ich unglaublich viele wundervolle Menschen kennen. Menschen wie du und ich, Menschen, von denen man gar nicht erwartet, dass sie irgendein Problem haben könnten, würde man ihnen auf der Straße begegnen.

Ich traf Menschen, die das Leben so sehr gebeutelt hatte, wie man es sich nicht einmal ansatzweise vorstellen kann. Mir begegneten Menschen, die in ihrem Leben etwas sehr Schlimmes getan hatten und ihre „Zeit“ in der Psychiatrie absaßen, manchmal schon jahrelang. All diese Menschen waren nicht nur „die Außenseiter“, die Armen, die Verlierer der Gesellschaft, nein. Es waren Menschen wie du und ich. Manager, Studenten, Obdachlose, Handwerker, Politiker, Künstler, Sportler, Ärzte, Psychologen, Azubis, Kinder, Arbeitslose, Jugendliche, Hausfrauen, Senioren, Angestellte… alle.

In diesen drei Monaten lernte ich nicht nur, wer ich wirklich bin, was ich will und warum es mir beinahe mein ganzes Leben lang gesundheitlich nicht gut gegangen war (abgesehen von meiner Körperbehinderung), ich lernte vor allem eins:

Wir brauchen mehr Liebe in dieser Welt. Mehr Menschlichkeit. Mehr Achtsamkeit, für sich selbst und auch für andere. Mehr Freiheit.

Weniger Wertung, weniger Konvention, weniger „So muss das sein.“

Nicht der erste Eindruck zählt, sondern der Mensch hinter der Maske. Gib jedem Menschen, der dir begegnet, die Gelegenheit, seine Maske vor dir abzulegen, dir zu zeigen: „Das bin ich“, und nimm ihn an. So, wie er ist.

Es waren die härtesten drei Monate meines bisherigen Lebens. Gleichzeitig waren es auch die schönsten. Und ich würde es jederzeit wieder tun. Nicht nur, wenn es sein muss, sondern auch „einfach so“. Warum?

Weil es für mich nichts Schöneres gibt, als endlich mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Farben zu sehen, Dinge zu spüren, die Welt klar und deutlich in allen Facetten und Feinheiten wahrzunehmen.

Weil es ein unbeschreiblich wunderbares Gefühl ist, ganz tief im Innern, endlich angekommen zu sein. Bei sich selbst. In diesem Leben.

Weil es meiner Meinung nach nichts gibt, das einen schneller erdet, als die Gesellschaft in all ihren Facetten hautnah zu erleben. Man schätzt das Leben. Nicht nur jeden Tag, sondern alles, was geschieht. Nicht nur das Gute, sondern auch das „Schlechte“, aus dem man sehr viel erkennen und lernen kann- wenn man will.

Weil man geschützt ist. Egal, was passiert, egal, wie es einem geht, es ist immer jemand da. Jemand, der einen an die Hand nimmt, wenn es sein muss. Jemand, der vorausgeht, wenn es nötig ist. Und auch jemand, der einem einmal ordentlich den Kopf wäscht, wenn man vor lauter Dreck darin gar nicht mehr klar denken kann.

Am 20. September 2014 forderte ich meine behandelnde Ärztin dazu auf, mich zu entlassen. „Ich fühle mich wie ein Vogel, der ununterbrochen gegen die Scheibe fliegt. Ich muss hier raus.“ – „Dann gehen Sie, Frau Glücklich, gehen Sie.“

Ich ging. Inzwischen studiere ich nur noch Halbzeit statt Vollzeit. Ich habe endlich eine barrierefreie Wohnung statt einem Studentenapartment im 2. Obergeschoss. Ich bin Werkstudentin und Unternehmerin statt arbeitslose Studentin. Ich habe kaum noch Schmerzen, kann mich frei bewegen, statt schmerzerfüllt im Bett zu liegen. Ich bin aktiv für mich selbst und für andere, anstatt passiv und anklagend. Ich fühle mich wie neu geboren.

 

Ich liebe das Leben. Und ich hoffe, dass es bis zum Ende noch lange dauert. Denn ich habe nicht nur viel erlebt, sondern noch viel vor.

 

Was genau, das steht im dritten Teil „2015 – …und noch viel vor.“